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NextGen Ötztal: Warum die Zukunft einer Region eine starke nächste Generation braucht.

8. September 2026
NextGen Ötztal: Warum die Zukunft einer Region eine starke nächste Generation braucht iund wie die NextGen Vision GmbH das Ötztal dabei unterstützt.

Wie eine engagierte Gemeinschaft junger Unternehmer:innen und Gestalter:innen das Ötztal nicht nur als Tourismusdestination, sondern als Lebens- und Wirtschaftsraum von morgen mitgestalten will.

Was braucht eine Region, um auch in 20 Jahren noch lebenswert, attraktiv und erfolgreich zu sein? Starke Unternehmen, innovative Ideen, eine funktionierende Infrastruktur. Aber vor allem braucht es Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Menschen, die nicht nur fragen, was heute funktioniert, sondern auch: Wie wollen wir morgen hier leben? Genau an diesem Punkt setzt die Initiative Next Generation Ötztal an. Vor vier Jahren von Benjamin Kneisl, Philipp Falkner, Vanessa Gstrein, Sara Grüner und Philipp Kazianka ins Leben gerufen, ist daraus mittlerweile eine talweite Community engagierter Menschen geworden. Menschen, die eines verbindet: die Überzeugung, dass die Zukunft des Ötztals nicht einfach passiert, sondern gemeinsam gestaltet werden kann.

NextGen bedeutet mehr als Unternehmensnachfolge.

Wenn wir von „Next Generation“ sprechen, denken wir häufig zuerst an Familienunternehmen. An Töchter und Söhne, die irgendwann den Betrieb der Eltern übernehmen. Doch die Next Generation Ötztal denkt größer. Hier geht es nicht nur um die Frage: Wer führt morgen welches Unternehmen? Es geht um eine viel grundlegendere Frage: Wer übernimmt morgen Verantwortung für die Region als Ganzes? Denn die Herausforderungen, vor denen das Ötztal steht, lassen sich nicht innerhalb einzelner Unternehmen lösen. Fachkräftesicherung ist eine regionale Aufgabe. Mobilität ist eine regionale Aufgabe. Die Weiterentwicklung des (Sommer-) Tourismus ist eine regionale Aufgabe. Und auch die Frage, wie junge Menschen langfristig im Tal bleiben und dort ihre Zukunft sehen, betrifft nicht nur einzelne Betriebe. Das Ötztal ist gleichzeitig Heimat, Lebensraum, Arbeitsplatz und Tourismusdestination. Genau deshalb braucht es Menschen, die bereit sind, über die Grenzen des eigenen Unternehmens hinauszudenken.

Eine Community mit unterschiedlichen Perspektiven

Was die Next Generation Ötztal besonders macht, ist ihre Zusammensetzung. Hier treffen unterschiedliche Branchen, Unternehmen und Persönlichkeiten aufeinander. Benjamin Kneisl bringt als Obmann von Ötztal Tourismus den Blick auf die gesamte Destination ein. Vanessa Gstrein steht als Chief Marketing Officer für die touristische Perspektive. Philipp Falkner bringt als Prokurist der Bergbahnen Sölden die Sicht eines zentralen Infrastruktur- und Tourismusunternehmens ein. Sara Grüner repräsentiert als Vertreterin der nächsten Generation des Hotel Bergland die Perspektive eines Familienunternehmens. Und Emanuel Schöpf steht als Unternehmer für eine weitere Stimme aus der Wirtschaft. Was sie verbindet, ist nicht, dass sie immer dieselbe Meinung haben. Es ist der gemeinsame Wille, sich einzubringen. Die Initiative versteht sich bewusst nicht als Vertreterin einzelner Institutionen oder Unternehmen. Vielmehr geht es darum, Persönlichkeiten zusammenzubringen, die im Ötztal verwurzelt sind und seine Entwicklung aktiv mitgestalten wollen. „Heimat ist kein statischer Zustand“ Eine Aussage von Philipp Falkner bringt diese Haltung besonders gut auf den Punkt: „Heimat ist für mich kein statischer Zustand, sondern ein Auftrag, ihre Entwicklung selbst mitzubestimmen.“ Genau darin liegt vielleicht die größte Stärke der NextGen-Idee. Heimat nicht nur als etwas zu verstehen, das man vorfindet. Sondern als etwas, für das man Verantwortung übernimmt. Das bedeutet auch, Veränderungen nicht einfach abzuwarten. Sondern sich einzumischen. Fragen zu stellen. Neue Perspektiven einzubringen. Und manchmal auch liebgewonnene Gewissheiten zu hinterfragen.

Vom Ötztal nach Vorarlberg: Lernen, was anderswo funktioniert

Wie wichtig dieser Perspektivwechsel ist, zeigt die jüngste Study Tour der Next Generation Ötztal. Gemeinsam ging es nach Vorarlberg zu zwei international erfolgreichen Familienunternehmen: Doppelmayr in Wolfurt und Rauch Fruchtsäfte. Zwei Unternehmen aus völlig unterschiedlichen Branchen. Und trotzdem mit vielen Fragen, die auch für die Unternehmen und die Region im Ötztal relevant sind. Wie gelingt langfristiges Denken? Wie verbindet man Erfahrung mit neuen Ideen? Wie schafft man es, junge Talente frühzeitig einzubinden? Und wie bleibt ein Familienunternehmen über Generationen hinweg innovativ? Genau diese Fragen standen im Mittelpunkt der Begegnungen.

Nicht kopieren. Lernen.

Das Entscheidende an dieser Study Tour war jedoch nicht, erfolgreiche Modelle einfach nach Hause mitzunehmen. Es ging um etwas anderes: Perspektivenwechsel. Emanuel Schöpf beschreibt es treffend: „Der Blick über den Tellerrand öffnet die Augen für innovative Konzepte.“ Und genau darum geht es bei echtem Lernen. „Was steckt dahinter – und was davon könnte für uns funktionieren?“ Jedes Unternehmen hat seine eigene Geschichte. Jede Region ihre eigenen Rahmenbedingungen. Und jede Generation ihre eigenen Herausforderungen. Deshalb lässt sich erfolgreiche Entwicklung nicht einfach kopieren. Man muss sie verstehen, hinterfragen und auf die eigene Situation übertragen.

Wenn Inspiration auf die eigene Realität trifft.

Nach den Besuchen bei Doppelmayr und Rauch ging der Blick deshalb wieder zurück ins Ötztal. Gemeinsam mit NextGen Vision wurde in einem Workshop diskutiert, was die gewonnenen Impulse für die eigene Region bedeuten können. Im Mittelpunkt standen zentrale Zukunftsfragen: Wie sichern wir künftig unsere Fachkräfte? Wie entwickeln wir Mobilität weiter? Wie kann der Sommertourismus weiter wachsen, ohne die Lebensqualität aus den Augen zu verlieren? Und vor allem: Wie wollen wir das Ötztal in Zukunft gestalten? Aus unserer Sicht ist genau dieser Schritt entscheidend. Denn Inspiration allein verändert noch nichts. Erst wenn aus Inspiration Diskussion wird und aus Diskussion gemeinsames Handeln, entsteht Veränderung.

„Der Austausch gibt uns die Energie, eingefahrene Pfade zu hinterfragen.“

Vanessa Gstrein bringt einen weiteren wichtigen Aspekt der Initiative auf den Punkt: „Der Austausch innerhalb unserer Gruppe gibt uns die nötige Energie, eingefahrene Pfade zu hinterfragen.“ Dieser Satz beschreibt ziemlich genau, warum Netzwerke der nächsten Generation so wertvoll sind. Denn Veränderung ist nicht immer bequem. Wer Dinge neu denken möchte, muss manchmal auch Gewohntes infrage stellen. Und dafür braucht es ein Umfeld, in dem man offen diskutieren kann. Indem unterschiedliche Meinungen willkommen sind. Und in dem nicht sofort die Frage gestellt wird: „Warum geht das nicht?“ Sondern: „Was wäre möglich, wenn wir es anders denken?“

Junge Menschen wollen nicht nur gehört werden, sie wollen gestalten.

Sara Grüner formuliert einen weiteren zentralen Gedanken: „Es geht darum, ein Umfeld zu schaffen, in dem sich junge Leute wohlfühlen und gehört werden.“ Das ist gerade für Regionen wie das Ötztal entscheidend. Denn die nächste Generation entscheidet irgendwann selbst: Wo möchte ich leben? Wo möchte ich arbeiten? Wo möchte ich meine Familie gründen? Und wo sehe ich eine Zukunft für mich? Eine attraktive Region kann deshalb nicht nur von Bergen, Tourismusangeboten und wirtschaftlicher Stärke leben. Sie muss auch Räume schaffen, in denen junge Menschen Zugehörigkeit, Perspektive und Gestaltungsmöglichkeiten erleben. Eine NextGen-Initiative kann genau solche Räume schaffen.

Aus Netzwerk wird Verantwortung

Vielleicht liegt darin auch der entscheidende Unterschied zwischen einem klassischen Netzwerk und einer echten NextGen-Community. Ein Netzwerk verbindet Menschen. Eine Community verbindet Menschen mit einer gemeinsamen Verantwortung. Die Next Generation Ötztal will deshalb nicht nur Kontakte herstellen. Sie will Menschen miteinander ins Gespräch bringen. Sie will Wissen und Erfahrungen teilen. Sie will Perspektivwechsel ermöglichen. Und sie will dazu beitragen, dass aus Ideen konkrete Impulse für die Region entstehen. Vernetzung. Perspektivwechsel. Verantwortung. Diskurs. Diese vier Elemente bilden den Kern der Initiative.

Warum jede Tourismusdestination eine NextGen braucht.

Aus unserer Sicht ist das Ötztal damit ein Beispiel, das weit über Tirol hinaus relevant ist. Viele Tourismusdestinationen stehen heute vor ähnlichen Fragen: Wie schaffen wir es, Fachkräfte zu gewinnen und zu halten? Wie gehen wir mit den Auswirkungen des Klimawandels um? Wie entwickeln wir den Tourismus weiter? Wie schaffen wir Balance zwischen wirtschaftlichem Erfolg und Lebensqualität? Und wie sorgen wir dafür, dass die nächste Generation nicht irgendwann weggeht, sondern ihre Zukunft bewusst in der Region sieht? Diese Fragen können nicht ausschließlich von Politik, Tourismusverbänden oder einzelnen Unternehmen beantwortet werden. Es braucht die Menschen, die morgen Verantwortung tragen werden. Deshalb braucht es Plattformen, auf denen diese Menschen zusammenkommen. Nicht erst dann, wenn sie offiziell in Führungspositionen sind. Sondern viel früher.

NextGen ist eine Haltung.

Für uns bedeutet NextGen deshalb nicht einfach „jünger“. NextGen ist eine Haltung. Eine Haltung, die sagt: Ich möchte nicht nur übernehmen. Ich möchte mitgestalten. Ich möchte verstehen, bevor ich urteile. Ich möchte von anderen lernen. Ich möchte neue Wege ausprobieren. Und ich bin bereit, Verantwortung für mein Umfeld zu übernehmen. Genau diese Haltung spürt man in der Next Generation Ötztal. Und genau deshalb ist die Energie dieser Community so wertvoll.

Die Zukunft entsteht dort, wo Menschen zusammenkommen.

Vier Jahre nach der Gründung zeigt sich, was aus einer gemeinsamen Idee entstehen kann. Aus fünf Initiator:innen wurde eine wachsende Community. Aus einzelnen Begegnungen wurde ein kontinuierlicher Austausch. Aus einer lokalen Initiative wurde ein Netzwerk, das sich mit den großen Zukunftsfragen der Region auseinandersetzt. Und aus der Frage „Was wollen wir für unser Ötztal?“ wird zunehmend die wichtigere Frage: „Was können wir selbst dazu beitragen?“ Genau dort beginnt Verantwortung.

Gemeinsam statt nebeneinander

Die großen Veränderungen unserer Zeit verlangen nach Kooperation. Unternehmen können nicht alle Herausforderungen allein lösen. Regionen können nicht einfach darauf warten, dass sich Probleme von selbst lösen. Und die nächste Generation kann nicht erst dann Verantwortung übernehmen, wenn alle Entscheidungen bereits getroffen sind. Wir brauchen Räume, in denen Menschen gemeinsam denken, diskutieren und ins Tun kommen. NextGen Ötztal schafft einen solchen Raum. Und genau deshalb ist die Initiative aus unserer Sicht weit mehr als ein Netzwerk junger Unternehmer:innen. Sie ist ein Zukunftsprojekt für eine ganze Region.

Die nächste Generation ist nicht irgendwann. Sie ist jetzt.

Das vielleicht wichtigste Learning aus unserer gemeinsamen Arbeit mit der Next Generation Ötztal ist deshalb: Die nächste Generation ist keine abstrakte Gruppe von Menschen, die irgendwann einmal Verantwortung übernehmen wird. Sie ist bereits heute da. Sie arbeitet in den Unternehmen. Sie führt Betriebe. Sie entwickelt neue Ideen. Sie lebt im Tal. Sie gründet Familien. Und sie entscheidet schon heute mit, wie das Ötztal morgen aussehen wird. Deshalb sollten wir ihr nicht nur zuhören. Wir sollten der Next Generation Verantwortung geben. Und vor allem: Wir sollten ihr die Möglichkeit geben, gemeinsam Zukunft zu gestalten.

Next Generation Ötztal: Zukunft gemeinsam gestalten

Der nächste Next Generation Ötztal Summit findet im Herbst 2026 statt und ist offen für junge Menschen aus dem Tal, die sich aktiv einbringen und die Zukunft des Ötztals mitgestalten möchten. Denn am Ende geht es nicht darum, die Zukunft vorherzusagen. Es geht darum, sie gemeinsam zu gestalten. Mit Mut, Offenheit, unterschiedlichen Perspektiven und Menschen, die sagen: Das ist unsere Heimat. Und damit auch unsere Verantwortung.