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Nicht die perfekte Idee entscheidet, sondern der Mut, sie umzusetzen.

8. September 2026
NextGen Vision Espresso Talk #8: Dr. Wolfgang Bretschko, Mitgründer willhaben, Unternehmer, ehem. Vorstand Styria Media Group

Was wir von Wolfgang Bretschko über willhaben, Unternehmertum, Veränderung und den Mut zum nächsten Schritt lernen können.

Was braucht es eigentlich, damit aus einer Idee ein erfolgreiches Unternehmen wird? Eine perfekte Idee? Den richtigen Zeitpunkt? Oder vielleicht einfach den Mut, anzufangen? Die Geschichte von willhaben zeigt: Oft ist es nicht die erste Idee, die zum Erfolg führt. Manchmal braucht es mehrere Anläufe, Rückschläge und den Mut, etwas wieder loszulassen, um schließlich den richtigen Weg zu finden. Genau darüber sprechen wir im 8. NextGen Vision Espresso Talk mit Dr. Wolfgang Bretschko. Er war über viele Jahre Vorstand der Styria Media Group, Geschäftsführer der Kleinen Zeitung und maßgeblich am Aufbau von willhaben beteiligt. Heute ist er selbst Unternehmer, Investor, Mentor und begleitet Menschen und Unternehmen auf ihrem Weg zu mehr Klarheit und Wirksamkeit. Und vielleicht ist genau das die spannendste Erkenntnis aus seinem unternehmerischen Weg: Erfolg entsteht nicht immer dort, wo von Anfang an alles richtig gemacht wird. Sondern dort, wo Menschen bereit sind, immer wieder zu lernen.

Von der Idee zum Erfolgsmodell: Die Geschichte hinter willhaben

Heute ist willhaben aus Österreich kaum wegzudenken. Doch der Weg dorthin war alles andere als geradlinig. Bevor willhaben entstand, gab es bereits andere Versuche, einen digitalen Kleinanzeigenmarkt aufzubauen. Diese funktionierten nicht. Erst danach entstand die Idee, die Technologie eines norwegischen Partners zu nutzen und gemeinsam ein neues Modell aufzubauen. Aus dieser Zusammenarbeit mit Schibsted entstand schließlich willhaben. Was Wolfgang Bretschko dabei besonders geprägt hat, war eine Haltung, die er von den Norwegern mitgenommen hat: Launch and Learn. Nicht monatelang versuchen, jede Eventualität vorherzusehen. Nicht darauf warten, dass alles perfekt ist. Sondern starten, Erfahrungen sammeln, daraus lernen und das Produkt weiterentwickeln. Eine Haltung, die gerade für Unternehmer*innen heute aktueller denn je ist. Denn in einer Welt, die sich immer schneller verändert, kann Perfektion schnell zum größten Verhinderer von Fortschritt werden.

Zwei gescheiterte Versuche und trotzdem weitermachen

Besonders spannend ist dabei, dass willhaben nicht aus dem Nichts entstanden ist. Es gab bereits Versuche, digitale Kleinanzeigenmodelle aufzubauen. Sie funktionierten nicht. Die entscheidende Frage war deshalb nicht: Warum ist das gescheitert? Sondern: Was lernen wir daraus? Genau darin liegt ein wesentlicher Unterschied zwischen Scheitern und Lernen. Ein gescheitertes Projekt ist nicht automatisch eine Niederlage. Es wird erst dann zur Niederlage, wenn wir nichts daraus mitnehmen. Wolfgang Bretschko spricht sehr offen über diese Erfahrungen. Und genau diese Offenheit macht seine Geschichte für die nächste Unternehmergeneration so wertvoll. Denn Unternehmertum bedeutet nicht, immer recht zu haben. Es bedeutet, Entscheidungen zu treffen und anschließend bereit zu sein, aus den Konsequenzen zu lernen.

Nicht die perfekte Idee sondern die konsequente Umsetzung

Eine weitere Erkenntnis aus der Geschichte von willhaben: Ideen allein sind wenig wert. Ideen gibt es viele. Entscheidend ist, welche davon konsequent verfolgt werden. Für willhaben gab es damals ein sehr klares Ziel: Man wollte einmal so groß werden wie eBay. Damals war dieses Ziel noch weit entfernt. Heute ist die Geschichte bekannt. willhaben wurde zu einem der erfolgreichsten digitalen Geschäftsmodelle Österreichs. Was daraus für Unternehmer*innen besonders interessant ist: Eine Vision muss nicht von Anfang an realistisch erscheinen, um richtungsweisend zu sein. Sie muss vor allem klar genug sein, um Menschen in Bewegung zu bringen.

Vom Top-Manager zum Unternehmer: Wenn Verantwortung plötzlich anders wird.

Nach vielen Jahren im Top-Management der Styria Media Group wagte Wolfgang Bretschko schließlich selbst den Schritt in die Selbstständigkeit. Ein spannender Perspektivwechsel. Denn im Konzern trägt man Verantwortung, aber Verantwortung als Unternehmer fühlt sich noch einmal anders an. Wenn es das eigene Unternehmen ist, gibt es niemanden, an den man Entscheidungen delegieren kann. Keine übergeordnete Organisation, hinter der man sich verstecken kann. Die Entscheidung liegt bei dir. Die Konsequenz ebenfalls. Genau dieser Schritt vom Manager zum Unternehmer macht Wolfgangs Geschichte auch aus Sicht der NextGen besonders spannend. Denn viele junge Unternehmer*innen stehen irgendwann vor der Frage: Will ich Verantwortung nur innerhalb bestehender Strukturen übernehmen, oder bin ich bereit, selbst etwas aufzubauen und dafür mit meinem Namen zu stehen? Es gibt darauf keine allgemeingültige Antwort. Aber es braucht Klarheit darüber, welchen Weg man selbst gehen möchte.

Strategie bedeutet auch, Dinge nicht zu tun.

Eine der vielleicht wichtigsten Aussagen des Gesprächs ist gleichzeitig eine der einfachsten: Wir haben heute zu viele Möglichkeiten. Zu viele Informationen. Zu viele Termine. Zu viele Aufgaben. Zu viele Ideen. Und genau deshalb wird die Fähigkeit, Nein zu sagen, immer wichtiger. Wolfgang Bretschko beschreibt dafür seinen persönlichen Ansatz des „Task Clean Up“: Wenn zu viele Aufgaben da sind, werden Aufgaben gestrichen. Wenn zu viele Termine im Kalender stehen, werden Termine reduziert. Nicht alles, was möglich ist, ist auch wichtig. Und genau hier beginnt Strategie. Strategie bedeutet nicht nur zu entscheiden, was man tun möchte. Strategie bedeutet auch zu entscheiden, was man bewusst nicht tut. Für Unternehmer*innen ist das eine entscheidende Fähigkeit. Denn Fokus entsteht nicht dadurch, dass man immer mehr auf die eigene Liste schreibt. Fokus entsteht dadurch, dass man konsequent Dinge von dieser Liste streicht.

Die nächste Unternehmergeneration braucht nicht mehr Antworten, sondern mehr Klarheit.

Was können junge Unternehmer*innen nun aus dem Gespräch mit Wolfgang Bretschko mitnehmen? Vielleicht genau diese fünf Dinge: 1. Starte, bevor alles perfekt ist. Nicht jede Idee braucht sofort einen perfekten Businessplan. Manchmal braucht sie zuerst einen ersten Versuch. 2. Lerne schneller aus Fehlern. Ein gescheitertes Projekt kann wertvoller sein als eine erfolgreiche Entscheidung, wenn man bereit ist, daraus zu lernen. 3. Verfolge deine Idee konsequent. Ideen gibt es viele. Entscheidend ist, welche davon man wirklich umsetzt. 4. Entscheide dich bewusst. Wer alles machen möchte, verliert schnell den Blick für das Wesentliche. 5. Räume regelmäßig auf. Nicht nur im Kalender oder auf der To-do-Liste, sondern auch im eigenen Kopf: Was ist wirklich wichtig? Und was darf weg?

Unternehmertum bedeutet, Veränderung selbst zu gestalten.

Vielleicht ist das die zentrale Botschaft unseres Gesprächs mit Wolfgang Bretschko: Veränderung passiert ohnehin. Die Frage ist nur, ob wir sie selbst gestalten. Seine Geschichte zeigt, dass erfolgreiche Unternehmer*innen nicht deshalb erfolgreich sind, weil sie von Anfang an wissen, was funktionieren wird. Sie sind erfolgreich, weil sie bereit sind, Dinge auszuprobieren. Weil sie Rückschläge aushalten. Weil sie Entscheidungen treffen. Weil sie lernen. Und weil sie immer wieder den Mut haben, den nächsten Schritt zu gehen. Gerade für die nächste Unternehmergeneration ist das eine wichtige Perspektive. Denn die Zukunft lässt sich nicht vollständig planen. Aber man kann entscheiden, wie man ihr begegnet. Mit Klarheit. Mit Mut. Mit Fokus. Und mit der Bereitschaft, immer wieder neu zu lernen.

Jetzt reinhören!

Im 8. NextGen Vision Espresso Talk sprechen wir mit Dr. Wolfgang Bretschko über die Entstehung von willhaben, Digitalisierung und Innovation, den Schritt vom Top-Management zum Unternehmertum, den Umgang mit Fehlern, strategischen Fokus und darüber, was die nächste Unternehmergeneration aus jahrzehntelanger unternehmerischer Erfahrung lernen kann. Ein Gespräch über Mut zur Veränderung, konsequente Umsetzung und die Frage, was erfolgreiches Unternehmertum heute wirklich ausmacht. Jetzt reinhören und inspirieren lassen!